Ethikunterricht – aktuell
(dieser Artikel wurde von der Seite des Schulamtes übernommen)

Zwischenstand in der geplanten Umsetzung des Ethikunterrichtes:
Bei der konkreten Umsetzung des geplanten Ethikunterrichtes steht das Schulamt in engem Austausch mit der Vorsitzenden der SALK (Schulamtsleiterkonferenz) HR Mag. Andrea Pinz. Sie ist wiederum in Verhandlungen im Bildungsministerium eingebunden und vertritt dort die Anliegen der ReligionslehrerInnen mit großem Engagement, nicht immer nach außen sichtbar.
In den letzten Wochen fanden wieder mehrere Gespräche im BMBWF zum Thema Ethikunterricht – Religionsunterricht statt, folgender momentaner Zwischenstand ergibt sich daraus:
1. Die Curriculumserstellung für einen Lehrgang zur Ausbildung von Ethiklehrenden durch eine vom BMBWF eingesetzte Gruppe ist beauftragt. Die (K)PHs und Universitäten sind ersucht worden, VertreterInnen zu entsenden; von den KPHs wurden seitens der KPH Wien/Krems VR Krobath und seitens der KPH Edith Stein Dr. Bader nominiert. In der Gruppe sind auch Prof. Bucher, Prof. Liessmann, Prof. Rauscher; Prof. Schelkshorn (kath.-theol. Fak. Uni Wien) ist in der wissenschaftlichen Begleitung.
An den PHs (KPH Wien/Krems wird auf jeden Fall dabei sein) soll ein Ausbildungslehrgang ab WS 2019/20 angeboten werden (30 EC als Vorbereitung vor dem Einsatz, 30 EC berufsbegleitend während des Unterrichtens).
Später soll die Ausbildung als Lehramtsstudium implementiert werden.
Die Ausbildung steht ausgebildeten ReligionslehrerInnen offen, diese können danach auch Ethik unterrichten, eine mögliche Anrechenbarkeit der Ausbildung ist in Klärung.
Eine Expertengruppe für die Lehrplanerstellung Unterrichtsfach (beruhend auf dem Lehrplan der BundesARGE Ethik) und Schulbücher konstituiert sich. Wir haben Personen genannt, die uns dafür geeignet erscheinen. Kirchen und Religionsgemeinschaften sollen in die Begutachtung einbezogen werden.
2. Organisation:
Stundenanzahl bzw. Gruppeneröffnung in Analogie zum RelUG (ein- bzw. zweistündig), aber zentrale Vorgaben für Zusammenlegungen auf einer Jahrgangsstufe – schwieriger Verhandlungsprozess für uns, sieht aber derzeit gut aus.
Ethik muss in jeder Oberstufenklasse besucht werden, um maturabel zu sein – ebenfalls schwieriger Verhandlungsprozess für uns, sieht aber derzeit gut aus.
Der Übergang von den bereits bestehenden Schulversuchen an den AHS/BHS in das Regelschulwesen soll ab 2020/21 erfolgen, mit diesem Zeitpunkt ist auch der Start an allen AHS ( BHS und Berufsschulen ab 2021/22 ?) geplant.
Abmeldemodus (5 Tage) bleibt unverändert, aus administrativen Gründen wird es aber mit Sicherheit (wie ja teilweise bereits derzeit die Erfahrung zeigt) zu Vorerhebungen vor dem Sommer bzw. schon bei der provisorischen LFV kommen.
Abmeldung muss/kann aber weiterhin jährlich erfolgen, d.h. Wechsel EU/RU pro Schuljahr möglich .
Angedacht ist, dass bis Sommer die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfolgen.
3. Freigegenstand Religion
Wir setzen uns dafür ein, dass die Möglichkeit für ORB SchülerInnen erhalten bleibt, am RU teilzunehmen (rechtlich noch zu klären).
4. Kommende Herausforderungen:
In der Öffentlichkeit (auch der schulischen) kommen die alten Vorstellungen und Bilder von einem engführenden, dogmatischen RU wieder hoch, dem ein offener, liberaler, moderner Ethikunterricht entgegengestellt wird. Hier haben wir echte Aufklärungsarbeit zu leisten, wie RU heute wirklich erfolgt, was er leistet und vermag.
In den kommenden Monaten und Schuljahr 2019/20 gilt es vermehrt, standortbezogen und österreichwert eine positive Imagearbeit für den konfessionellen RU zu leisten, da sind wir alle gefordert, wir brauchen uns und unsere Leistungen nicht zu verstecken!
Die Forderung nach Ethik für alle wird lauter (nicht von der derzeitigen Regierung, aber gesamtgesellschaftlich und von anderen Parteien).
Wir müssen im Rahmen der Schulautonomie den RU organisatorisch gut absichern, an den Standorten eine gute Kooperation RU – /Ethikunterricht herstellen, kooperativ auftreten, überlegen, welche organisatorische und inhaltliche Zusammenarbeit unter den gesetzlichen Rahmenbedingungen möglich ist.